Katastrophale Fehler beim Webdesign

Einige katastrophale Fehler beim Website-Design, die leicht vermieden werden können.

Aussperren bestimmter Browser

Browserweichen haben seit dem Auftreten von Opera und Mozilla Hochkonjunktur. In den meisten Fällen sind sie einfach ein Beweis für die Inkompetenz des Webdesigners. Es ist nämlich problemlos möglich, Webseiten zu bauen, die mit allen Browsern funktionieren.

Ungeeignete oder fehlende alt-Attribute

Björn Höhrmann erklärt ausführlich, warum alt-Attribute Pflicht sind. Wenn ein Autor keine alt-Texte verwendet, hat das schlichtweg mit Faulheit zu tun.

Völlig überflüssige JavaScripts

Für eine simple Umleitung auf eine andere Adresse braucht man kein JavaScript, das geht auch mit HTML oder HTTP. Das hat außerdem den Vorteil, daß Suchmaschinen den Link verfolgen können. Es ist auch keine gute Idee, neue Fenster mit JavaScript öffnen zu wollen.

Für blödsinnige Spielereien – Schützen des Quellcodes, Sperren der rechten Maustaste, Manipulation der Statusleiste – kann man JavaScript natürlich verwenden. Vorausgesetzt, es stört einen nicht, daß man sich lächerlich macht. Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten für JavaScript gibt es nur ganz wenige. Dafür birgt JavaScript ein erhebliches Gefahrenpotential – auch ohne besondere Sicherheitslücken können bösartige Skripte Ihren Browser abstürzen lassen.

Völlig überflüssige Frames

In den meisten Fällen ist vom Einsatz von Frames abzuraten. Grundfalsch ist es aber, Frames nur deshalb zu verwenden, damit der Browser in der Adreßzeile stets dieselbe URL anzeigt.

Völlig überflüssige Grafiken

Text speichert man am besten als Text. Man sollte eigentlich meinen, das sei selbstverständlich. Zahlreiche Websites haben mir im Laufe der Zeit das Gegenteil bewiesen.

Kaputte Zeichen

Viele Web-Autoren sind über den eingeschränkten Zeichenvorrat von ISO-8859-1 verärgert. Das ist verständlich. Insbesondere fehlen die deutschen Anführungszeichen, das Euro-Symbol und Gedankenstriche.

Die Lösung für dieses Problem kann aber nicht sein, fehlerhafte Notationen zu verwenden. “ ist kein Anführungszeichen, – ist kein Gedankenstrich, und € ist nicht das Euro-Symbol, ganz egal, welche Zeichencodierung im HTTP-Header angegeben ist. Tatsächlich ist keiner dieser Ausdrücke überhaupt definiert. Daß es unter Windows trotzdem funktioniert, ist irrelevant. Schreiben Sie statt dessen “, — und €.

Jukka Korpela hat einen lesenswerten Artikel geschrieben, der sich ausführlich mit dieser Problematik befaßt.

Massive HTML-Fehler

Es gibt gute Gründe, validen Quellcode zu schreiben. Ich verstehe auch nicht, warum die meisten Autoren heute noch kein XHTML verwenden. Moderne Browser sind zwar überraschend fehlertolerant. Es sollte aber für einen Webdesigner selbstverständlich sein, die HTML-4.01-Spezifikation zumindest in den Grundzügen zu kennen. Insbesondere dann, wenn derjenige mit seiner Arbeit Geld verdient. Ein Schriftsteller beherrscht üblicherweise auch die Sprache, in der er schreibt.

Umleitung mit leerem Body

Umleitungen lassen sich per HTTP oder mit dem meta-Element von HTML realisieren. Bei IE und Opera läßt sich das automatische Laden der neuen Adresse allerdings ausschalten. Ist der Body dann leer, sieht man nur eine leere Seite.

Es ist deshalb stets erforderlich, die neue Adresse zusätzlich als Verweisanker auf der Seite zu notieren. Es hat sicher einen Grund, warum Apache das seit Urzeiten genauso handhabt. Und auch RFC 2616 stellt fest:

Unless the request method was HEAD, the entity of the response SHOULD contain a short hypertext note with a hyperlink to the new URI(s).